
ab in die nächste Runde // 10.04.2024
Wochenlang arbeitet man an einem tollen Projekt. Jetzt möchte man das Erarbeitete vorstellen, mit Interessierten in Kontakt kommen und die Motivation hochhalten. Also organisiert man einen Workshop. Doch die Anmeldungen laufen schleppend, und am Event selbst kommen viele nicht. Die Leute versichern einem: das Thema ist spannend! Sie würden ja kommen, wären da nicht die Kinder, der Job, die Hobbies…
Haben Workshops in einer Zeit, in der diese ein knappes Gut ist, also ausgedient?
Du hast es vermutlich bereits erraten: Die Frage kann man nicht pauschal beantworten – it depends. Workshops haben sowohl Vor- wie auch Nachteile. Du solltest dir deshalb sehr bewusst sein, was du mit dem Workshop erreichen willst.
Willst du viele, unterschiedliche Leute erreichen? Eher schwierig für einen Workshop. Möchtest du in einer kleinen Gruppe in die Tiefe gehen? Los geht’s!
Am besten überlegst du dir zu Beginn des Projektes, ob ein Workshop das richtige Format zur Erreichung der Projektziele ist. Und falls nicht, welche alternativen Formate zur Zielsetzung passen.
Dazu hier eine kleine Entscheidungshilfe.
Auf Augenhöhe kommunizieren
Der persönliche Austausch vereinfacht das Abholen unterschiedlicher Meinungen und Ziele. Es vereinfacht das «in die Tiefe» gehen.
Motivation schaffen und erhalten
Sich kennenlernen, quatschen und Zeit für Fragen. Motivieren, weiter im Projekt mitzuwirken.
Netzwerke schaffen und festigen
Das Vernetzen von engagierten Personen führt dazu, dass Projekte auch nach dem Abschluss nicht verschwinden oder sogar weiterentwickelt werden.
Danke sagen
Mit einem Apéro oder Goodie bedankst du dich bei allen Mithelfenden und Teilnehmenden für ihr Engagement.
Einstiegshürde
Nicht alle haben die Ressourcen oder den Willen, an einem physischen Workshop teilzunehmen.
Teilnehmenden Selektierung
Aufgrund des persönlichen Aufwands (Zeit, Anreise etc.) nehmen vor allem hoch motivierte Personen teil. Das verzerrt die Gruppe und kann die Wirkung/ das Ergebnis beeinflussen.
Fehlende Motivation/fehlender Ertrag
Veranstaltungen mit «Arbeitsaufwand» (=Workshop) konkurrenzieren mit reinen Spassangeboten (Gamen, Sport, etc.).
Viel Aufwand für wenige Personen
Es ist ressourcenaufwändig, Workshops zu organisieren. Du musst dir also gut überlegen, ob diese Ressourcen hast und sie einsetzen willst.
Hier einige Ideen für alternative Formate. Natürlich sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt:
Und schliesslich hat auch die Planung des Workshops einen hohen Einfluss darauf, ob er ein Erfolg wird. Du solltest dir zwei Fragen stellen:
Wie hoch ist der Aufwand für die Teilnahme?
Je höher der Aufwand, desto höher die Einstiegshürde. Ein physischer Event braucht Zeit und Energie. Um welche Uhrzeit ist der Workshop? Wer kann sich das organisieren? Wie weit ist der Weg für potenzielle Teilnehmende?
Was hat die Person von einer Teilnahme?
Je mehr eine Person vom Event «zurückerhält», desto motivierter ist sie, auch tatsächlich zu kommen. Was lernt sie? Gibt es etwas zu essen oder trinken? Erhält sie etwas Nützliches bspw. ein Zertifikat?
Aufwand und Ertrag kannst du dir als Waage vorstellen. Überwiegt der Aufwand den Ertrag, kommt die Person sehr wahrscheinlich nicht an den Workshop. Überwiegt der Ertrag oder ist die Waage ausgeglichen, kommen die Leute gerne.
Als Organisator:innen können wir gewisse Faktoren für den Aufwand und viele Faktoren für den Ertrag beeinflussen.
Wir schätzen den persönlichen Kontakt und Austausch mit Teilnehmenden immer sehr. Für uns sind Workshops oftmals ein Highlight der Projekte. Darum organisieren wir auch in Zeiten von Calls und Webinaren regelmässig physische Workshops. Schliesslich will man mit Citizen Science und partizipativen Projekten immer auch Leute zusammenbringen. Und dazu steht man sich am besten von Angesicht zu Angesicht gegenüber.